In den Seitengassen und Hauseingängen der Mariahilferstraße gibt es so einiges zu entdecken. Ein Abstecher in die Mariahilferstraße 103 lässt einen vor der leuchtenden Reklame des DOTS stehen bleiben. Hier gibt es nicht nur eines der besten Sushis in Wien. Nein. Dieses Lokal könnte genauso gut als Museum für Moderne Kunst durchgehen. Eingehüllt in schummriges Licht streift der Blick über ein Portrait von Sido, rosa-farbene Playboy-Klonkrieger und monumentale Zigarren Statuen. Ein Regen aus Blumen ziert Teile der Decke.

Nachdem sich der Magen gefüllt, das Auge an den kuriosen Kunstobjekten satt gesehen hat und der Weg bis ans Ende des Lokals bewältigt wurde, steht man vor dem Örtchen des Verlangens: der Toilette. Richtig geraten: ein weiteres Kunstobjekt. In der Ecke ein Hinweisschild: “Interior-Design-Künstler haben einen Venezianischen Spiegel installiert, der gewisse Ein- und Durchblicke erlaubt und zur Diskussion anregen soll.”

Die junge Dame öffnet die Türe in ein Meer aus Spiegeln. Links zwei große, weiße Waschbecken. Darüber ein Spiegel mit Glühbirnen, wie man es sonst aus den Backstage-Bereichen von Schauspielern und Tänzern gewohnt ist. Rechts zwei rote Kabinen. Ebenfalls dunkel verspiegelt. So trete doch ein. Ein greller Scheinwerfer erleuchtet die perlmuttartig glänzende Sitzfläche. Sauber ist sie – dieses Licht erlaubt keine Unreinheiten.

Währenddessen steht der junge Mann an einem der beiden Pissoirs. Vor ihm ein Spiegel. Doch statt seines Spiegelbildes sieht er zwei rote Kabinen. Komisch, die Kabinen hinter ihm sind doch weiß. Zwei Toiletten mit perlmutt-artigem Glanz. Ein großes weißes Waschbecken. Die Wände sind dunkel verspiegelt. Aber keine Person ist zu sehen. ‘Faszinierend’ denkt er sich, während er seine Hände in dem Waschbecken aus Stein säubert. Einfallsreichtum, der sich in jeder Faser des Lokals bemerkbar macht.

Sauberkeit
Wohlfühlfaktor
Ausstattung
Durchschnitt:
 

barrierefrei

kostenpflichtig

Wickeltisch

Hygieneprodukte