Dort wo der Hipster sich erleichtert, das Café Liebling

Mitten im Herzen des siebten Bezirks, quasi der selbsternannten Hipster-Hochburg Wiens, nicht weit der Maria Hilferstraße, liegt das Café Liebling in der Mitte der Zollergasse. Die Nachbarschaft könnte nicht besser gewählt sein: zieht man doch vom Shopping müde gewordene Normalos der MaHü zu sich; aber auch die mysteriösen Bobos und Hipster, die den Siebten ihr zu Hause nennen, finden den Weg gerne in das Café mit den scheinbar zufällig zusammengewürfelten Möbelstücken.

Sofern man einen Platz findet und die ersten Spritzer, Café Lattes oder Ähnliches getrunken hat, führt einen der Weg unweigerlich auf das stille Örtchen in dem nicht so stillen Café.  Nichtraucher aufgepasst: Falls ihr euch massiv an den Rauchschwaden stört, empfiehlt es sich, den Gang zum Klo so lange wie nur möglich hinauszuzögern. Denn: um überhaupt aufs Klo zu kommen, muss man durch den Raucherbereich, der im hinteren Teil des Lokals ist, durch. Und der ist an einem gut besuchten Nachmittag oft schon gut verraucht.

Das erste, was am Damenklo auffällt, ist die Beengtheit des Vorraums, in dem das Waschbecken ist. Da hat man schnell auch mal die Tür – eigentlich egal, ob die zum eigentlichen Klo oder die zum Lokal – im Rücken/Gesicht.  Außerdem ist auch die Tür zum Klo nicht zu unterschätzen: Die klemmt nämlich auch gerne mal, was so manche Dame schon öfter sinnlos und von Bein zu Bein tänzelnd warten hat lassen, in der Annahme, das Klo wäre besetzt.

Also: Immer gut an der Tür ziehen!

Das Klo selber ist angemessen sauber – auch an Tagen, an denen viel los ist, was quasi jeden Tag  der Fall ist. Vor allem ist immer genügend Klopapier vorhanden, was an dem gutgefüllten Stahlkorb liegt. Zwar gibt es keine „Zusatzleistungen“ wie Tampons, Deo oder ähnliches, aber wenigstens stinkt das Klo auch nicht. Dafür sorgen die Duftstäbchen auf der Spülung.

Es wäre also nur fair, wenn im Herrenklo auch keine Extras , wie Bartpflege-Utensilien, angeboten werden.

Dass man sich im Heimatland der Hipster, Bobos und sonst jeglichen hippen jungen Leuten aufhält, merkt man aber nicht nur an Klientel, Barpersonal und Speisekarte (inklusive Preisen) , sondern auch an den Botschaften/Stickern auf Türen und Wänden. Von „Amore“, über Antifa- und Band-Sticker bis hin zur schwer zu übersehenden Aufforderung “morgen doch bitte nicht blau zu wählen“ und mehr oder weniger kunstvollen Wandbemalungen findet man alles.

Und weil natürlich auch das Aussehen in so einem Ambiente sehr wichtig ist, gibt es neben dem wirklich kleinen Spiegel über dem Waschbecken noch einen Ganzkörperspiegel direkt gegenüber der Tür, durch die man wieder ins Wunderland der Café Lattes, Avocadobrote und außergewöhnlichen Spritzer kommt.

-fm-

Sauberkeit
Wohlfühlfaktor
Ausstattung
Durchschnitt: